Englisch lesen #12: Cress, Marissa Meyer

Achtung! Spoiler für Cinder, Scarlet und Cress!

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When she was just a child, the witch locked her away in a tower that had neither doors nor stairs.

Read: Cress, Marissa Meyer
Deutsch: Wie Sterne so golden
Series: 1) Cinder 2) Scarlet 3) Cress 4) Winter

Worum geht’s?

Nach den Ereignissen aus Band 2 befindet sich unsere gesamte Crew (Cinder, Thorne, Iko, Scarlet und Wolf) auf Thornes Raumschiff. Dort erreicht sie ein Hilferuf aus dem All: Hackerin Cress ist seit Jahren in ihrem Satelliten eingesperrt und hofft auf Cinders Hilfe. Doch durch Cress Rettung wird die Crew getrennt…

Meine Meinung:

Vorneweg: es tut mir sehr leid, dass ich diese Review nicht spoilerfrei halten kann. Aber es ist nunmal der dritte Band einer Reihe, und es passiert zu viel, über das es sich zu reden lohnt!
Das Cover passt hier wieder sehr gut zum Buch, allerdings hat meine Ausgabe wieder das in der Rezension zu Scarlet angesprochene Material, bei dem man alles sieht. Es nervt.
Anyways: Ich hatte sehr hohe Erwartungen. Scarlet war 2017 eines meiner Jahreshighlights, und noch dazu wird dieser dritte Band hier immer als der beste der Reihe gehandelt.

Handlung
Nun, Scarlet kann für mich eh nichts toppen. Meine Liebe für Cress musste ganz langsam, von Seite zu Seite, wachsen. Die ersten 100-200 Seiten haben mich nämlich tatsächlich nicht zu 100% gepackt. Der Fakt, dass unsere Crew getrennt wurde, hat mir nicht ganz so zugesagt. Das Buch war etwas schleppend. Ich verstehe, dass die Autorin hier die Beziehung zwischen Thorne und Cress aufbauen wollte (was ihr auch gelungen ist!), dennoch bleibt die Dynamik gerade auch beim Rest der Gruppe etwas stecken. Das liegt mitunter daran, dass Scarlet von der Gruppe getrennt und nach Luna entführt worden ist, was zur Folge hat, dass Wolf quasi unbrauchbar ist. Aber dazu später mehr.
Ich muss zugeben, dass ich die Zeit, die Cress und Thorne in der afrikanischen Wüste verbringen, als ein bisschen creepy empfunden habe. Das Wüstensetting war in meinen Augen so ganz anders, wie die Settings zuvor. Allerdings finde ich es sehr mutig von der Autorin, wie sie den Plot aufgebaut hat. Und zusätzlich habe ich jetzt sehr viel Lust, die Rebel of the Sands Trilogie von Alwyn Hamilton zu rereaden!
Aber zurück zum Thema: sobald alle wieder beisammen sind, nimmt das Buch nämlich richtig an Fahrt auf. Und ab da wurde es wieder richtig gut für mich. Ich finde es sehr bewundernswert, wie Marissa Meyer die Komplexität von Buch zu Buch immer weiter steigert. Die Protagonisten werden immer zahlreicher, aber dennoch gelingt es ihr sehr gut, immer den Überblick zu behalten und jedem Charakter seinem Raum für die Entwicklung, sowie seine Anteile an der Geschichte zu zu gestehen.
Und auch das Finale ist hier wieder sehr gut gelungen. Man merkt richtig, wie sehr die Charaktere an ihren Herausforderungen gewachsen sind. Das Ende war großartig, und gibt so viel Spekulationsraum für den abschließenden vierten Band – auf den ich mich schon riesig freue.

„Believe me, Cress. The pleasure was all mine.“
(p. 513)

Setting
Gerade kurz schon angesprochen: das Setting, welches immer sehr innovativ und besonders ist. In jedem Band lernen wir einen anderen Teil der Welt besser kennen. Es ist mal sehr erfrischend, dass die Reihe bisher noch kein einziges Mal in Amerika gespielt hat, wie es bei so vielen Romanen der Fall ist. Während wir im ersten Teil noch in New Beijing und im zweiten Band in Rieux und Paris, Frankreich, waren, sind wir in „Cress“ gut die Hälfte des Buches in der Sahara und insgesamt in Afrika. Und ich gehe davon aus, dass wir im vierten Teil den Mond, also Luna, besser kennenlernen. Dieses immer wechselnde Setting macht die Geschichte sehr abwechslungsreich.

Schreibstil
Ich habe es schon so oft angesprochen, aber der Schreibstil von Marissa Meyer ist einfach grandios. Keine Autorin schafft es, dass ich durch ein englisches Buch so durchfliege, wie es bei den Luna Chroniken der Fall ist. Trotzdem ist der Stil keineswegs einfach oder platt, sondern gefühlvoll, packend und witzig zugleich. Meyer hat verraten, dass ihr das Schreiben der Dialoge aller Charaktere immer am meisten Spaß macht, und das merkt man auch. Die Schlagfertigkeit und der Witz machen die Gespräche umso unterhaltsamer und interessanter – ohne dabei lächerlich zu wirken.
Im Prinzip ist es Entertainment at its BEST!

„It’s alright. You loved her. I would feel the same if someone wanted to erase Scarlet’s identity and give it to Levana’s army.“
„Aaaaw“, squealed Iko. „Did Wolf just say that he
loves Scarlet? That’s so cute!“
(p. 36)

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Charaktere
Neben dem wundervollen Schreibstil und der fesselnden Handlung sind aber die Charaktere der Dreh- und Angelpunkt der Reihe, das, was die Bücher so besonders macht. Ganz ehrlich? Ich liebe sie alle und shippe sie alle ;)
Mir gefällt es sehr gut, dass Cinder zwar der Ausgangspunkt unserer Geschichte war, jeder andere Protagonistin trotzdem seine Anteile hat. Im Prinzip hat man dadurch nicht eine, sondern deutlich mehr Hauptfiguren.

Cinder mag ich nach wie vor sehr gerne, sie entwickelt sich wirklich von Seite zu Seite weiter. Ich kann immer noch nicht glauben, dass sie erst 16 ist. Sie ist so stark und stolz, aber gleichzeitig irgendwie beschützenswert und hat durchaus ihre Schwächen – so wie jeder andere Charakter auch. Das macht sie alle sehr authentisch.
Im Laufe des Buches lernen wir durch Cinder auch Jacin kennen, der wohl der Love Interest in Band 4 sein wird. Ich weiß, dass ihn viele Leser im dritten Band noch nicht wirklich mögen, aber ich fand ihn sehr spannend – wenn auch seine Motive und Aussagen etwas vorhersehbar waren. Ich freue mich, mehr von ihm zu erfahren.
Mich hat es sehr gefreut, dass Kai in diesem Band wieder öfters auf der Bildfläche erschienen ist. Ich bin mir immer noch nicht sicher, was ich von ihm halten soll. Prinzipiell mag ich ihn wirklich sehr, aber er ist mir teilweise etwas zu perfekt. In den ersten zwei Teilen kam er mir etwas blass vor, und ich denke, dass sich das jetzt, wo er Teil der Crew ist, durchaus ändern kann. Den ersten Schritt in die richtige Richtung wurde in „Cress“ schon getan.

„I’m going to Luna, and I’m going to start a revolution.“
(p. 550)

Thorne ist uns ja schon im Vorgänger begegnet. Er bingt sehr viel Dynamik in unsere Crew und ist durchaus sympathisch. Besonders seine Freundschaft zu Cinder ist nach wie vor einfach nur großartig. Allerdings ist Thorne immer noch nicht mein Liebling. Er ist mir ab und an ein bisschen zu nervig. Aber das ist einfach eine seiner Eigenschaften, und das wiederum grenzt ihn wirklich gut vom Rest der Gruppe ab.
Überhaupt ist das ein großer Pluspunkt der Charaktere: Ihre Individualität. Alle sind ganz eigen, haben aber trotzdem das gleiche Ziel.
Kommen wir zu Cress. Sie habe ich wirklich ins Herz geschlossen, ihre Art ist einfach zu süß. Und sie ist so klein! Also, winzig! Das ist so cute <3 Manche ihrer Interaktionen mit anderen sind etwas awkward, was verständlich ist, schließlich hat sie ihr halbes Leben abgesondert von allen in einem Satelliten verbracht. Es ist fast schon schade, dass sie meist so schüchtern ist, denn Cress ist wirklich intelligent und hat sehr kluge Ideen. Auch ihr kleiner großer Crush auf Thorne ist einfach nur zu goldig. Kurz gesagt: Ich mag Cress wahnsinnig gern (interessanterweise war mir das bis zum Schreiben dieses Absatzes noch gar nicht so klar!). So gerne ich allerdings Cress mag, von dem Par Cress/Thorne bin ich noch nicht ganz überzeugt. Bisher bewegen sie sich ja immer noch größtenteils auf einer Ebene der Freundschaft, und ich bin mal gespannt, wie sich das entwickeln wird. Ich kann mir Cresswell in einer Beziehung einfach nicht so gut vorstellen. Mag mitunter daran liegen, dass ich Thorne nicht so gerne mag.
Den Twist, dass Dr. Erland Cress Vater ist, habe ich so überhaupt nicht kommen sehen. Und es hat mir das Herz zerissen. Ich hätte mir so viel mehr Zeit für die beiden gewünscht.

„My life is an adventure.“
(p. 140)

Von Scarlet sehen wir in diesem dritten Band leider relativ wenig, sie wird auf Luna gefangen gehalten. Allerdings lernt sie dort Winter kennen, die eine Hauptprotagonistin im vierten Band sein wird. Darauf bin ich schon sehr gespannt, vor allem, weil ich die Interaktion zwischen Scarlet und Winter sehr interessant fand.
Wie vorher schon angesprochen, kommt Wolf mit Scarlets Verlust nicht wirklich gut klar. Ich muss sagen, dass die Beziehung von Wolflet für mich die emotional beste der ganzen Reihe ist. Jeder Paragraph, jede Seite, auf der Wolf so trauert, bricht mir einfach das Herz. Viele Leser sagen, er soll sich zusammenreißen. Schließlich ist er doch ein starker Mann. Sollen Männer denn nicht trauern dürfen? Und noch dazu: Wolfs Gene sind mit Wolfs Genen gemischt. Das macht ihn eigentlich zu einem Teil zum Tier. Habt ihr schon mal einen Hund trauern sehen? So gesehen waren diese Szenen sehr relistisch für mich. Da hat es mich eher gestört, dass der Rest der Crew sich gar nicht wirklich mit Scarlets Verlust beschäftigt hat. Dass Wolf und Scarlet meine Lieblinge sind, brauche ich hier wohl nicht mehr sagen, oder?

„This Scarlet…you’re in love with her, aren’t you?“
(…)
„She’s my alpha,“ he murmured, with a haunting sadness in his voice.
Alpha.
Cress leaned forward, propping her elbows on her knees.
„Like the star?“
„What star?“
(…)
„Oh. Um. In a constellation, the brightest star is called the alpha. I thought maybe you meant that she’s…like…your brightest star.“
(…)
„Yes,“ he said, his gaze climbing up to the full moon that had emerged over the city. „Exactly like that.“
(p. 418f)

Auch Levana, unsere Antagonistin, ist hier wirklich wieder sehr gut dargestellt. Sie ist eine echte Gegnerin, die nicht nur herrscht und kommandiert, sondern durchaus selber eingreifen kann. Ich bin gespannt, wie Cinder und unsere Crew sie besiegen werden.

Fazit:

Eine tolle Fortsetzung, die an Emotionalität und *swoon* Momenten leider nicht ganz mit ihrem Vorgänger mithalten kann, dennoch aber sehr viel Lust auf den finalen vierten Band macht. Besonders die individuellen Charaktere und die immer weiter zunehmende Komplexität geben Marissa Meyers Luna Chroniken das gewisse Etwas, das nicht jede Buchreihe besitzt. Ein Must-Read für alle, die Märchen, Sci-Fi und besondere Charaktere mögen.

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4 Gedanken zu “Englisch lesen #12: Cress, Marissa Meyer

  1. Ach Emily,

    Wolflet- ich kann nicht mehr :D
    Deine Rezension ist einfach grandios! Wenn ich könnte, würde ich mir sofort die Bücher schnappen und alle nochmal rereaden. Sobald Schneider zuhause bin, lass ich glaube ich wenigstens parallel die Hörbücher laufen. Ich liebe Marissa Meyer und die Luna Chroniken- einfach ganz große Liebe ❤

    Liebste Grüße ❤ Jill

    Gefällt 1 Person

    • Wolflet ist so toll ♥️
      Vielen vielen Dank dir! Das freut mich total 😍 ich muss jetzt ganz bald den vierten Band plus die Kurzgeschichten plus Fairest bestellen. Bin total im Luna Fieber…
      Und Heartless von Marissa Meyer möchte ich auch unbedingt mal noch lesen 😄

      Viele Grüße und Frohe Ostern 🐣

      Gefällt mir

  2. Hi!
    Ach ich liebe die Reihe! Und es ist eine wirklich tolle Rezension geworden! Die Luna-Chroniken stehen ganz weit oben auf meiner Re-read Liste und den vierten Band hab ich damals auch auf englisch gelesen. Ist auf jedenfall machbar. :D

    Liebe Grüße
    Ani

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Ani,
      Vielen Dank! Die Reihe hat sich ganz schnell in mein Herz geschlichen…anfangs wollte ich sie gar nicht lesen. Aber dann habe ich mich an Cinder herangewagt und mich verliebt.
      Und diesmal werden keine Monate vergehen, bis ich zu Winter greife (hoffe ich!).
      Da hast du recht, sie sind auf Englisch wirklich machbar, trotz der technischen Begriffe. Sie lassen sich lesen wie deutsche Bücher.
      Und viel Spaß bei deinem Reread, falls du dazu kommst ;) <3
      Liebe Grüße,
      Emily

      Gefällt 1 Person

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