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Rezension: The Bone Season – Die Denkerfürsten von Samantha Shannon

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The Bone Season – Die Denkerfürsten, Samantha Shannon

Fantasythriller

624 Seiten

17,99 €

ISBN: 978-3-8270-1230-2

Verlagsseite Bloomsbury Berlin/Piper

Wahnsinn ist lediglich eine Frage der Perspektive, kleine Träumerin.

Worum geht’s?

Da diese Rezension spoilerfrei wird, werde ich an dieser Stelle nicht den Inhalt des zweiten Bandes dieser siebenteiligen Reihe veröffentlichen. Wer sich dafür interessiert, kann sich ja auf der Verlagsseite umschauen.

In ‚The Bone Season‘ geht es grob gesagt um das Jahr 2059. In London herrscht das Regime „Scion“ und unterdrückt die Bewohner – besonders jene unter ihnen, die über Sehergaben verfügen. Paige Mahoney, unsere Protagonistin, gehört zu diesen Widernatürlichen und ist ständig auf der Flucht. Eines Tages wird sie jedoch gefasst… (Inhalt von Band 1)

Meine Meinung:

Auch das Cover des zweiten Bandes gefällt mir sehr, auch wenn ich das von Band eins noch schöner finde. Aber das tut eigentlich nichts zur Sache.
Ich hatte mich sehr auf diese Fortsetzung gefreut, denn wie ihr alle wisst, gehört Band 1 „Die Träumerin“ bereits jetzt zu meinen Jahreshighlights 2017. Selbstverständlich waren meine Erwartungen hoch. Gerade zu immens riesig.

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Handlung
Die Geschichte beginnt genau dort, wo Band 1 aufgehört hat. Der Anfang lässt sich wieder flüssig lesen, allerdings ist mir der Einstieg nicht so leicht gefallen, als es beim ersten Teil der Fall war. Viele Leser kritisieren ja, dass der erste Band sehr kompliziert und voll mit „Infodumping“ war, was ich damals jedoch nicht so empfunden habe. Für mich war die Fortsetzung erstmal deutlich schwieriger. Man wird innerhalb kürzester Zeit mit einer Vielzahl an Charakteren bombardiert und muss sich gleichzeitig noch an die teilweise schwierigen Begriffe erinnern. Wenn man sich davon aber nicht nervös machen lässt, erwartet einen auch hier das pure Lesevergnügen!

Ich habe zwar etwas über 100 Seiten gebraucht, um in die Geschichte einzutauchen, allerdings habe ich die restlichen 488 Seiten dann innerhalb von zwei Tagen verschlungen. Gerade das letzte Drittel wird extrem spannend und das Ende…ein totaler Cliffhanger. Auch wenn ich das Gelesene erstmal sacken lassen muss, möchte ich am liebsten sofort weiterlesen. Leider habe ich vom Verlag erfahren, dass die Weiterübersetzung der Reihe nicht geplant ist. Damit muss ich mich ab jetzt nicht nur an die englischen Originale wagen – vor denen ich großen Respekt habe! – zudem verschwindet auch noch eine Reihe vom deutschen Buchmarkt, die nicht nur viel Potenzial hat, sondern auch durch eine gewisse Andersartigkeit heraussticht.

„(…) Bei den Rephaim dauert es lange, bis eine Flamme brennt. Aber wenn es geschieht, kann sie nicht mehr verlöschen.“

Das Worldbuilding finde ich nach wie vor großartig. Samantha Shannon hat so viel Fantasie und Kreativität! Diese Welt lässt einen nicht mehr los, das verspreche ich euch 🙂
Das Einzige, was mich immer wieder beschäftigt: Ist diese Welt eine Parallelwelt zu unserer? Oder spielt das Buch nicht 2059 in unserer Zukunft, sondern in einer völlig neuen Zeitrechnung?
In diesem Buch stehen – nicht wie in Band 1 –  die Rephaim, sondern mehr das Syndikat in London im Fokus. Somit lernen wir eine Vielzahl an Seherbanden mit ihren Denkerfürsten (=die Anführer) kennen. Allesamt zerstritten und doch mit einer Gemeinsamkeit: Fast jeder hat Dreck am Stecken. Diese Zeit in London vermittelt dem Leser sehr viel Information, die vielleicht ein wenig anstrengend sein mag, aber letzten Endes doch sehr interessant und auch notwendig ist, um das Geschehene zu verstehen.

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Charaktere
Neben dem Plot sind die Charaktere wieder das Beste an der Geschichte. Alle entwickeln sich weiter, bleiben dabei aber durchaus sich selbst treu und wandeln nicht komplett ihre Persönlichkeit.
Natürlich ist Paige wieder der Dreh- und Angelpunkt des Buches, und mir war nicht klar, dass sie mir noch mehr ans Herz wachsen könnte, als es nach Band eins schon der Fall war. Paige besticht durch Intelligenz, Mut, Selbstlosigkeit und einen unzerstörbaren Gerechtigkeitssinn. Sie kennt ihre Stärken, aber auch ihre Schwächen und bei aller Furchtlosigkeit ist sie sich nicht zu schade, andere um Hilfe zu bitten. Gleichzeitig hat sie auch eine sanfte Seite, ein Teil in ihr möchte eigentlich nur akzeptiert und geliebt werden.
Aus Jaxon, dem Chef der „Sieben Siegel“ (= Gang, der Paige angehört) bin ich nie schlau geworden. Aber schön langsam wird er etwas klarer, auch wenn ich mir sicher bin, dass da noch einiges ans Licht kommen wird. Wenn ich an das Ende denke…
Auch die anderen Mitglieder der Sieben Siegel lernt man endlich ein bisschen besser kennen und beginnt, sie ins Herz zu schließen. Auch hier gibt es noch viel Potenzial in den Folgebänden, besonders, wenn ich an zwei bestimmte Charaktere und die möglichen Hindernisse, die sie überwinden müssen, denke. Aber nein, ich wollte ja nicht spoilern.
Natürlich hat auch der Wächter/Warden/Arcturus hier wieder seine Auftritte, auch wenn sie nicht so zahlreich sind, wie im Reihenauftakt. Ganz ehrlich? Ich liebe ihn immer noch. Vielleicht sogar noch mehr. Seine Loyalität, sein Wissen, sein Humor. Er ist einfach grandios.
Genauso, wie die Gespräche zwischen Paige und Arcturus, die teilweise recht schlagfertig sind und mich dadurch das ein oder andere Mal zum Schmunzeln gebracht haben. Nachdem ihre Beziehung in Band eins ein Auf und Ab war (mit allen existierenden Gefühlen), müssen sie sich nun klar werden, was sie wirklich wollen. Dabei ermutigt der Wächter Paige immer wieder dazu, stark zu sein, zu kämpfen, keine Angst zu haben. Obwohl man auf den ersten Blick meinen könnte, er würde mehrere Stufen über ihr stehen, ist das absolut nicht der Fall. Er will, dass sie sich auf der selben Ebene begegnen. Sie helfen sich gegenseitig.

„Du warst einmal ein Sklave“, sagte er leise. „Werde nun nicht zum Sklaven der Angst, Paige Mahoney. Mache dich zum Herrn über deine Gabe.“

Super interessant sind auch alle weiteren Syndikatsmitglieder, zum Beispiel die absolut undurchschaubaren Denkerfürsten. Bei ihnen kann man sich nie sicher sein, ob sie Paige nun schützen oder am liebsten umbringen wollen.

Schreibstil
Ich liebe Samantha Shannons Schreibstil. Er ist gleichzeitig poetisch, informativ, energiegeladen und gefährlich. Kurz: ein toller Schreibstil, der sich aber niemals vor die Charaktere oder die Handlung stellt. Seine einzige Existenzberechtigung dient zur Unterstützung und Unterstreichung von Protagonisten und Plot.
Besonders gut gefällt mir, wie Shannon es schafft, in nur ganz wenigen Szenen eine emotionale Verbundenheit zwischen zwei Charakteren hervorrufen kann. Das macht sie so geschickt, dass es einerseits gar nicht wirklich auffällt, und man andererseits aber meint, man könnte die Gefühle regelrecht sehen.

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Fazit:

Wie ihr seht, ich bin von diesem Buch fast genauso begeistert, wie von Band eins! Auch wenn dieses Buch in meinen Augen tatsächlich noch komplexer ist, als „Die Träumerin“, ist es doch mit einem interessanten, unerwarteten und spannungsreichen Plot ein absolut würdiger Nachfolger!
Ich hätte nie im Leben gedacht, dass sich die Geschichte in diese Richtung entwickeln würde und sehe noch sehr viel Potenzial für die nächsten 5 (!) Bände ❤

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Weitere Rezensionen:

  • Friedelchens Bücherstube („…ich war begeistert und spreche eine dicke Leseempfehlung aus!“)
  • Riiinchens Bücherwelt („…eine spannende Fortsetzung, die vor allem mit überraschenden Wendungen, kurzen Schockmomenten sowie dem großen Ideenreichtum der Autorin punktet.“)
  • Ink of Books („Ein Wahnsinnsbuch, eine Wahnsinnsreihe, und noch fünf Bände, die folgen werden!“)

 

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Autor:

Lesesüchtige Bloggerin - Blogger who loves to read Leidenschaftliche Skifahrerin - Passion for Skiing Stolzes FC Bayern Mitglied - Proud to be member of Bayern Munich Football Club Für immer Westlife Fan - Forever Westlife Fan

5 Kommentare zu „Rezension: The Bone Season – Die Denkerfürsten von Samantha Shannon

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